Die drei Grazer Profi-Klubs SK Sturm Graz, GAK 1902 und Graz99ers geben nach dem angekündigten Sponsoring-Stopp durch die Holding Graz GmbH bzw. die Stadt Graz eine gemeinsame Erklärung ab

Da die Holding Graz – Kommunale Dienstleistungen GmbH – im Auftrag ihrer Eigentümerin Stadt Graz – für die drei Grazer Profi-Klubs SK Sturm Graz, GAK 1902 und Graz99ers einen Sponsoring-Stopp angekündigt hat, trafen sich Vertretern der drei Vereine für ein Abstimmungsgespräch bezüglich Sponsoring-Stopp und dessen Auswirkungen auf den jeweiligen Spielbetrieb und um die weitere Vorgehensweise zu besprechen.

Bei diesem Gespräch konnte ein Übereinkommen erzielt werden, als ersten Schritt eine gemeinsame Erklärung abzugeben und in dieser Zahlen über „Rückflüsse“ der drei Vereine an die Stadt Graz transparent zu machen.

Zahlungen gesamt p.a., alle 3 Vereine

  • Kommunalsteuer, Stadion- bzw. Eishallenmieten, Energiekosten u.Ä.: EUR 2,8 Mio.
  • Werbewert für die Holding Graz GmbH: EUR 5,3 Mio.
  • Sponsoring & Förderungen Holding Graz GmbH bzw. Stadt Graz an die Vereine: EUR 905.000

Christian Jauk (SK Sturm Graz – Präsident): „In dieser Debatte sind einige Fakten verloren gegangen, auf den Rücken der drei großen Grazer Sportvereine wird hier politisches Kleingeld gewechselt. Wie hier dargestellt, fördert nicht die Stadt Graz die drei Vereine, sondern die Vereine fördert die Stadt Graz – wir als SK Sturm zahlen beispielsweise deutlich mehr ein, als wir bekommen und fördern somit vollkommen eigenständig die Jugend, unsere Frauenteams und die Special Blackies. Ganz zu schweigen von der Gesamtwertschöpfung in der Steiermark durch den SK Sturm sowie die 500 von uns gesicherten Arbeitsplätze. Wir wissen natürlich um die finanzielle Situation der Stadt Graz Bescheid, fordern aber statt Mitteilungen über Medien einen runden Tisch mit allen Beteiligten, an dem die weiteren Schritte sowie mögliche Kompromisslösungen besprochen werden können.“

René Ziesler (GAK 1902 – Präsident): „Die Zahlen zeigen deutlich, dass es sich bei den Kooperationen der Holding mit den drei Vereinen keineswegs um Förderungen, sondern um äußerst effektive Werbemaßnahmen handelt. Zusätzlich möchte ich betonen, dass wir im Unterschied zu herkömmlichen Unternehmen keine Gewinne entnehmen, sondern jeder Cent reinvestiert wird. Die Nachwuchsarbeit der drei Grazer Spitzenvereine wäre mit Elternbeiträgen und Förderungen alleine nicht finanzierbar.“

Herbert Jerich (Graz99ers – Präsident): „Der Stopp des Sponsoring ist in keiner Weise nachvollziehbar. Ganz abgesehen, dass hier selbst ein Mindestmaß an Wertschätzung verlorengeht, gesteht sich damit die Stadt Graz selbst ein, dass sie sich für den Spitzensport und ihre Spitzenklubs in keinerlei Verantwortung sieht. Hier darf das letzte Wort jedenfalls noch nicht gesprochen sein und es bedarf einer gemeinsamen Lösung.“